Junge Forsterin bringt TV-Zuschauer in Bewegung
Die 14-jährige Michelle Bönisch tritt in der Musikshow "Immer wieder sonntags" auf. Foto: pr

Im bunten Dirndl flattert Michelle durch die Zuschauerreihen, hüpft, klatscht, schlägt sich auf die Oberschenkel und drückt herzlich eine Seniorin. "Hüa hüa Hoppsassa!" Das Publikum geht sofort mit, während die Schüler der Musik- und Kunstschule "Johann Theodor Römhild" Spree-Neiße im Orchester hinter Michelle stumm staunen. So mitreißen können sie ein Publikum mit Klassik selten.

Michelle ist trotzdem eine von ihnen. Sie spielt Klavier, bei Gesanglehrerin Simone Gehlsdorf hat sie seit 2006 Unterricht, singt Beethovens "La Marmotte", "Frühlings Ankunft" von Robert Schumann und "Ich gehör nur mir" aus dem Musical "Elisabeth" von Michael Kunze (Libretto) und Sylvester Levay (Musik). Und bei "Jugend musiziert" schaffte sie es wieder in den Landeswettbewerb. Auch mit ihren Schlagertiteln kann sie zu Simone Gehlsdorf kommen. "Sie gibt mir immer Tipps, geht die Lieder mit mir durch", erzählt die junge Forsterin.

Im Alter von fünf Jahren hatte sie das erste Mal allein auf der Bühne gestanden. "Musik ist mein Leben", sagt Michelle. Aber der Weg zum Erfolg in der Volksmusik- und Schlagerbranche – das spürte sie schon als 12-Jährige – ist unheimlich schwer. "Deshalb kann ich mir auch durchaus vorstellen, mal Polizisten zu werden", sagt sie. Aber noch genießt sie das Publikum. Die Gesten, mit der sie ihr Lied "Hüa hüa hoppsassa" begleitet, seien eine Idee der Schacksdorfer gewesen. "Während ich sang, haben sie angefangen, die Hände gegeneinander und auf die Schenkel zu schlagen. Das gefiel uns allen so, dass ich es nun bei jedem Auftritt zeige und alle in Bewegung bringe."

Michelle bewegt sich viel, Sport ist das Lieblingsfach der Gymnasiastin. Sie fährt Skateboard, kann reiten. Und mit dem Fahrrad geht es ihr wie vielen Forstern – sie radelt unheimlich gern, aber gestohlen wurde ihr der Drahtesel auch schon. Wenn sie bis nach Bayern oder Österreich düsen muss, fährt Opa Jürgen Bönisch. Er weiß auch, welche Titel sie drauf hat. "Rund 50 sind es. Aber sie singt nicht mehr alle. Ihre Titel sind ihrem Alter angepasst – wie ,Aus Puppen wird ein Stöckelschuh'. Und manches Lied legt sie dann eben irgendwann ab wie ein Dirndl, aus dem sie herausgewachsen ist", sagt Opa Bönisch. Auch in dieser Woche hat er wieder Blut und Wasser für das Mädchen geschwitzt. Ursprünglich sollte Michelle am kommenden Sonntag bei "Immer wieder sonntags" im Europapark in Rust antreten. Aber am gestrigen Mittwoch verschob sich noch einmal alles. Der neue Termin wird kurzfristig kommen, und Michelle hofft, dass dann viele Lausitzer vorm Fernseher sitzen und ganz fleißig beim Voting der Sendung mitmachen.

Auf ihrer ersten CD sind Lieder wie "Bye, bye, mein kleiner Teddybär" und "Auch kleine Mädchen haben Träume". Auf der zweiten CD landeten Hits wie "Setz dich her zu mir" und "Lieber Herrgott". Auch Songs anderer Interpreten singt sie auf ihre Art. So wagte sie sich an den "Holzmichel" von den Randfichten und an Nicoles "Ein bisschen Frieden" von Ralph Siegel. Der Komponist und Forster Musikpädagoge Reinhard Kalleske hatte die ersten Lieder für Michelle geschrieben, auch Ronald E. Müller aus Plauen komponierte für sie. Seit 2011 kümmert sich das Tonstudio Mayer in Österreich um Michelle. Gerhard Mayer komponiert, bearbeitet und produziert ihre Titel.

Ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum fällt in diesem Jahr mit zehn Jahren "Immer wieder sonntags" zusammen. Deshalb hofft Michelle sehr, dass es mit dem Auftritt im Europapark in Rust im August endlich klappt. Und ihre erste Weihnachts-CD will sie in diesem Jahr herausbringen.

"Immer wieder sonntags" wird im ARD-Fernsehen an jedem Sonntag in der Zeit von 10 bis 11.30 Uhr, ausgestrahlt.